Informationen zum „Tag der Deutschen Zukunft“

Allgemeines zum „TddZ“

Am 4. Juni 2016 soll zum 8. Mal ein Naziaufmarsch zum sogenannten „Tag der deutschen Zukunft“ stattfinden. Diese Naziveranstaltung unterscheidet sich insofern von anderen Zusammenkünften, dass sie hier scheinbar „für“ etwas eintreten. Dennoch ist das Ganze nur Maskerade, denn eine Zukunft nach nationalsozialistischer Vorstellung ist zum großen Teil ein Ausgrenzen und Abwerten unserer vielfältigen, demokratischen Kultur und unseres friedlichen Miteinanders. Die Kampagne begann 2009 als eine Aktion „gegen Überfremdung“ und wurde von den norddeutschen Neonazi-Kadern Dieter Riefling und Thomas Wulff angestoßen. Im vergangenen Jahr richtete er sich vor allem gegen Geflüchtete. Diese seien nicht nur kriminell, sondern auch verantwortlich für den „kulturellen und geistigen Verfall des deutschen Volkes“. Mit Vorurteilen wird versucht Hass zu schüren gegen diejenigen, die in Deutschland derzeit so dringend Zuflucht und Sicherheit brauchen. Gesellschaftliche Probleme wie Jugendarbeitslosigkeit werden Migrant*innen in die Schuhe geschoben, verbunden mit dem Aufruf „Widerstand zu leisten“.

In den letzten Jahren fand der „TddZ“ in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Sachsen und im vergangenen Jahr in Brandenburg statt. Dort gelang es Antifaschist*innen, die Veranstaltung erfolgreich zu blockieren. In diesem Jahr orientierten sich die Nazis mit Dortmund also erstmalig gen Westen. Bei uns liegt nun die Verantwortung ihnen zu demonstrieren, dass sie auch hier nicht willkommen sind. In der Vergangenheit lag die Organisation der Demonstration, die meistens mit einer Musikveranstaltung abgeschlossen wird, bei rechtsextremen Parteien, wie „Der III. Weg“ und „Die Rechte“.

4. Juni 2016: Dortmund bleibt nazifrei!

Dortmund ist in der Vergangenheit bereits häufiger Veranstaltungsort für überregionale bis bundesweite Veranstaltungen der Neonazis-Szene geworden. Das letzte Mal fand im März 2015 eine Demonstration/Kundgebung der Rechten anlässlich des 10. Todestages eines Dortmunders statt, der von einem „NWDo“-Mitglied erstochen wurde. Auch hierfür wurde bundesweit mobilisiert. In den Jahren davor gab es am 1. September, dem „Antikriegstag”, sowie dem 1. Mai, dem Tag der Arbeit, öfter Aufmärsche und Veranstaltungen der Rechten, für die diese Feiertage instrumentalisiert wurden. Wir Dortmunder*innen möchten nicht, dass solche Veranstaltungen in Dortmund zum Regelfall werden, weshalb die Stadtgesellschaft, die ein sehr ausgeprägtes Netzwerk gegen rechts hat, am 04. Juni 2016 zahlreiche Gegenaktionen, aber auch viele Stadtteilfeste organisiert hat, um zu zeigen, dass die demokratischen Kräfte in Dortmund den Nazis keinen Raum überlassen werden. Die Veranstaltungen werden auf dieser Seite weiter unten gesammelt.

Wir, Dortmund Nazifrei – Bündnis demokratisches Dortmund, rufen dazu auf, den Neonazi-Aufmarsch zum „TddZ“ friedlich und gewaltfrei zu verhindern. Im letzten Jahr in Neuruppin, gelang es, die ca. 600 Teilnehmer*innen der Neonazidemonstration bereits nach wenigen Metern zu blockieren. Das wollen wir in diesem Jahr – mit eurer/Ihrer Unterstützung – in Dortmund wiederholen.

(für nähere Informationen siehe Aufruf)

 Quellen:

http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/brauner-schulterschluss-bedingt-harmonisch-0

https://www.lotta-magazin.de/nrwrex/2015/06/do-neonazi-demo-tag-der-deutschen-zukunft-findet-2016-dortmund-statt

Der Samstag in Dortmund – Protest unter erschwerten Bedingungen

nazifrei artikelbild

Am vergangenen Samstag gestaltete sich der Protest gegen den Naziaufmarsch anlässlich des 10. Todestages des von einem Neonazi ermordeten Thomas „Schmuddel“ Schulz wie eine Schatzsuche. Nur, dass es nicht um einen Schatz, sondern um einen braunen Haufen gewaltbereiter Antidemokrat*innen ging, den es zu finden galt.
Trotz der erfreulichen Tatsache, dass neben dem Bündnis Dortmund Nazifrei noch viele weitere Organisationen und Zusammenschlüsse zu verschiedensten Aktionen gegen den Aufmarsch der Rechten mobilisierten, waren organisierte Protestaktionen kaum möglich.
„Wir vom Bündnis kritisieren das Vorgehen der Polizei, die Demonstrationsroute und den Veranstaltungsort des Konzerts durch die Partei „Die Rechte“ bis zum Schluss nicht bekannt zu geben, als zutiefst undemokratisch. Es ist nicht nur eine Zumutung für alle Anwohner*innen in betroffenen Gebieten, bis zum Schluss nicht zu wissen, dass bald vor ihrer Haustür der braune Mob tobt. Es nimmt auch allen Dortmunder*innen jegliche Möglichkeit, gewaltfrei gegen den Aufmarsch vorzugehen.“, sagt Jana Herrmann, Sprecherin von Dortmund Nazifrei.
Das Bündnis hatte dazu aufgerufen, sich am Samstagmorgen im Westpark zu versammeln, um von dort aus weiter zu ziehen und gemeinsam den Naziaufmarsch zu blockieren. Zahlreiche Mitglieder der Mitgliedsorganisationen, die sich im Wesentlichen aus Parteien, Gewerkschaften und Jugendverbänden zusammensetzen, waren diesem Aufruf gefolgt. Bereits im Park erwarteten sie mehrere Mannschaftswagen der Polizei. Wegen der massiven Polizeipräsenz erreichten die Gruppen letztendlich nicht die Demoroute, die sich im Laufe des Vormittags durch Beobachtung des Stadtgeschehens erschließen ließ.
Statt der erwarteten 1000-2000 Nazis ließen sich am Wochenende lediglich 700 Personen aus dem rechten Spektrum blicken. Aber nicht nur Blockaden, auch Demonstrationen in Sicht- und Hörweite der Naziroute waren beinahe unmöglich.
„Wir halten es zudem für eine Fehlentscheidung, die Abschlussveranstaltung vor dem Westfalenstadion zuzulassen.“, erklärt Kathi Winter, ebenfalls Sprecherin. „Diesen Leuten darf solch eine Bühne nicht geboten werden.“
Auch im Umfeld des Fußballstadions wurden Demonstrant*innen, wenn nötig mit Hilfe von Platzverweisen, davon abgehalten zu protestieren.
Erfreulich bleibt jedoch, wie viele Menschen ihren Samstag geopfert haben, um auf die Straße zu gehen, den Opfern von rechten Gewalttaten zu gedenken, zu demonstrieren und bunt und vielfältig zu zeigen, dass Dortmund keinen Bock auf Nazis hat. Viele verschiedene Menschen haben auch unser Bündnis ganz selbstverständlich unterstützt.
Danke für eurer Engagement!

Treffpunkt 28.03. 10 Uhr am Westpark

Liebe Mitstreiter*innen!

Wir treffen uns morgen um 10 Uhr am Westpark, Eingang Rittershausstraße (Nähe Silent Sinners).

Bitte bringt alles mit, was man für ein gutes Picknick braucht:
Decken, Sitzkissen, ausreichend alkoholfreie Getränke (bitte nicht in Glasflaschen) und Snacks, sowie warme, wetterfeste Kleidung.

Mit antifaschistischen Grüßen,
euer Dortmund Nazifrei

Infotelefon:
015225977387

EA-Nummer:
0231/ 8404684

DORTMUND NAZIFREI Aufruf zum 28.03.2015

11073330_781167315300745_96959432184387505_nAm 28.03. erreichen die derzeitigen Aktivitäten der Dortmunder Neonazis einen neuen Gipfel der Geschmacklosigkeit: Den 10. Todestag von Thomas „Schmuddel“ Schulz, der an der U-Bahn Haltestelle Kampstraße erstochen wurde, wollen sie für einen Aufmarsch, aufgerufen durch „Die Rechte Dortmund“, missbrauchen. Geplant ist nicht nur eine Demonstration, sondern ein regelrechtes „Straßenfest“ mit Rednern, Infoständen und bekannten Bands aus der rechten Szene.

Damit wollen sie den Mord an dem Punk Thomas Schulz feiern, der Opfer einer Tat mit rechtem Hintergrund wurde: Der damals 17-jährige Täter Sven Kahlin war schon zu dieser Zeit in der rechten Szene aktiv und brachte Schulz nach einer Auseinandersetzung mit einem gezielten Messerstich ins Herz um. Trotz der ungewöhnlichen Brutalität der hinterhältigen Tat und dem eindeutig politischen Hintergrund von Kahlin, ist dessen Strafe bereits abgegolten und er mischte erneut munter bei diversen Veranstaltungen der Rechten und auch bei gewalttätigen Auseinandersetzungen mit. Zurzeit sitzt er wegen des Überfalls auf die Hirsch Q im Jahr 2010 wieder in Haft. Gerüchten zufolge wird Sven Kahlin selbst als Ehrengast auf Freigang bei den Feierlichkeiten erwartet.

Dieser Verherrlichung von Mord und rechter Gewalt können und wollen wir nicht tatenlos zusehen! Die Dreistigkeit und das offene Vorgehen der Nazis in den vergangenen Monaten erreicht ein Level, das auch die letzten Zweifler*innen erkennen lassen muss, dass „Die Rechte“ eine Tarnorganisation für organisierte rechte Gewaltverbrechen in Dortmund ist. Durch Drohungen und Einschüchterungsversuche versuchten sie zuletzt aktive Antifaschist*innen aus allen Lagern davon abzuhalten, sich politisch gegen sie zu engagieren und die Taten der Rechten öffentlich zu kritisieren.

Als demokratisches Bündnis rufen wir deswegen dazu auf, sich am 28.03. den Nazis mit uns gewohnt friedlich und gewaltfrei in den Weg zu stellen!

Weitere Informationen folgen rechtzeitig an dieser Stelle.

Unterstützer*innen:
Arbeiterwohlfahrt Dortmund
Alevitische Jugend NRW
AStA TU Dortmund
BezirksschülerInnenvertretung Dortmund
bodo e.V.
DGB Jugend Dortmund
DGB Jugend NRW
DIDF Jugend Dortmund
Die PARTEI Dortmund
Die Piraten Dortmund
EVG Jugend Dortmund
Grüne Jugend Dortmund
Grüne Jugend NRW
Jusos in der SPD Dortmund
Jusos in der SPD NRW
Jugendring Dortmund
Liga für Menschenrechte im Iran e.V. Dortmund
Klopömpel gegen Rechts
Naturfreunde Dortmund Kreuzviertel
Planerladen e.V.
SDAJ- Sozialistische deutsche Arbeiterjugend Dortmund
SJD- Die Falken Dortmund
SJD- Die Falken Bezirk Westliches Westfalen
SLADO e.V. Dortmund
SPD Dortmund

Ullrich Sierau, Oberbürgermeister Dortmund
Guntram Schneider, MdL, Minister für Arbeit, Integration und Soziales NRW
Dr. Mark Benecke, Forensiker und Vorsitzender Die PARTEI NRW
Hartmut Anders-Hoepgen, Sonderbeauftragter der Stadt Dortmund für Vielfalt, Toleranz und Demokratie
Volkan Baran, stv. Fraktionsvorsitzender der SPD Ratsfration Dortmund
Sascha Bisley, Aussteiger, Autor und Sozialarbeiter
Anja Butschkau, AWO Dortmund
Marco Bülow, MdB
Frederick Cordes, Landesvorsitzender Jusos NRW
Fatih Ece, Gewerkschaftssekretär
Andreas Gora, Geschäftsführer AWO Dortmund
Jana Herrmann, stv. Bundesvorsitzende Sozialistische Jugend Deutschlands- Die Falken
Armin Jahl, MdL
Martin Kaysh, Kabarettist und Moderator
Gerda Kieninger, MdL
Dietmar Köster, MdEP
Nadja Lüders, MdL
Tina Malguth, DGB-Jugendbildungsreferentin
Rainer Marquardt, Dortmund, Personalrat, GVV und Tarifkommission ver.di WDR
Florian Meyer, Mitglied des Dortmunder Rates
Birgit Miemitz
Jens Peick, stv. Vorsitzender SPD Dortmund
Sabine Poschmann, MdB
Julia Rüding, stellv. Vorsitzende Die PARTEI Dortmund
Maximilian Schulz, Vorsitzender Jusos Dortmund
Eric Schley, Vorsitzender DGB-Jugend NRW
Prof. h.c. Dr. h.c. Olaf Schlösser, Graf von Kronenberg, Vorsitzender Die PARTEI Dortmund
Anna Spaenhoff, Mitglied des Unterbezirksvorstands der SPD Dortmund
Josephin Tischner, Bundesvorsitzende Sozialistische Jugend Deutschlands- Die Falken
Kathi Winter, stv. Vorsitzende Jusos Dortmund
Gabriella Wollenhaupt, Autorin

Weitere Unterstützer*innen folgen.

Organisationen und Einzelpersonen, die unseren Aufruf unterstützen möchten, können sich gerne unter info@dortmundnazifrei.de bei uns melden.

Dortmund Nazifrei wieder erfolgreich mit Blockade

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Zum zweiten mal nach 2011, als die Schützenstr. über 7 Stunden vor den Nazis blockiert wurde, hat das Blockadebündnis „Dortmund Nazifrei“ erfolgreich geschafft durch Sitzblockaden den Naziaufmarsch erheblich zu stören.

Zuvor hatten wieder viele Prominente, wie der Oberbürgermeister Ulrich Sierau, der Landesarbeitsminister Guntram Schneider und mehrere Landtags-, Bundestags- und Europaabgeordnete den Aufruf von „Dortmund Nazifrei“ zu friedlichen Blockaden unterstützt.

Um 10.15 Uhr gingen 50 blockadewillige Menschen auf die Kreuzung Bremerstraße/Gerichtsstraße und setzten sich auf diese Straßenkreuzung. Weiterlesen →

7 Zwerge vorm Parteibüro der Rechten in Huckarde

Gestern erhielten wir eine E-Mail mit ein paar Fotos und folgendem Text:

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Liebe Menschen von Dortmund-Nazifrei,

wir sind eine Gruppe von Dortmunderinnen und Dortmundern, die genervt sind von den ewigen Naziaufmärschen in unserer Stadt. Daher haben wir die stadtbekannten Kameraden diesmal aufgefordert, uns am Samstag doch einmal mit etwas Neuem zu überraschen. Und was kann Mensch mehr überraschen, als tanzende Nazis?

Wir hoffen, wir können auch euch ein wenig mit dieser Aktion bespaßen :)

Solidarische Grüße

Vielen Dank liebe Leute, schöne Aktion.

Wir haben schon mal reserviert

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Am Montag haben wir schon mal ausprobiert, wie es sich anfühlen wird am Samstag “Platz zu nehmen”, um auf der Route der Nazis, gemütlich ein Sonnenbad zu nehmen. In bester Urlaubsmanier haben wir dabei schon mal unsere Plätze mit Handtüchern reserviert, wobei entgegen der üblichen Bedeutung des Handtuchs auf dem Liegestuhl wir gerne die Plätze mit allen BürgerInnen und Bürgern teilen, die mit uns gemeinsam, den Nazis unsere Strassen nicht überlassen wollen. Macht einen Knoten in eure Handtücher und merkt euch den kommenden Samstag schon mal vor, für ein gemütliches Sonnenbad mit Handtuch auf der Route der Nazis.

Dortmund Nazifrei