Dortmund Nazifrei will wieder blockieren

Das demokratische Bündnis „Dortmund Nazifrei“ möchte am kommenden Samstag (4.6) den Neonazi-Aufmarsch, den sogenannten „Tag der deutschen Zukunft“ (TddZ), blockieren. Dortmund Nazifrei ist ein breit aufgestelltes, zivilgesellschaftliches Blockadebündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Jugendverbände/-organisationen, Vereinen, Migrant*innenorganisationen und engagierten Bürger*innen, die den Nazis in Dortmund keinen Platz zugestehen wollen. Dabei agieren sie grundsätzlich gewaltlos und friedlich. Das Bündnis gründete sich im Jahr 2011 und in den Jahren 2011 und 2013 sind ihnen bereits Blockaden geglückt. Julia Rüding, eine Sprecherin des Bündnisses, dazu: „Das wollen wir in diesem Jahr natürlich gerne mit der Unterstützung aller Dortmunderinnen und Dortmunder, die Lust dazu haben, wiederholen.“

„Blockaden sind,“ so Jana Herrmann, eine Sprecherin des Bündnisses, „eine wichtige und legitime Form des zivilen Ungehorsam. Wir möchten mit der Blockade ein Zeichen setzten, dass wir Dortmunder*innen nicht wollen, dass in jedem Jahr bundesweite Naziaufmärsche in unserer Stadt stattfinden.“
Denn am kommenden Samstag findet in Dortmund mit dem 8. TddZ eine Veranstaltung statt, die in der Vergangenheit im Norden und Osten Deutschlands ausgerichtet wurde. In diesem Jahr ist dieses Format also erstmals im Westen, in NRW. „Seit dem vergangenen TddZ in Neuruppin mobilisiert und wirbt die Partei „Die Rechte“ (als Nachfolgeorganisation des verbotenen Nationalen Widerstands Dortmund) für den 4.6 in Dortmund. Zwar musste die Demonstration im letzten Jahr abgebrochen werde, weil es erfolgreiche Blockaden gab, doch sind wir uns des Umfangs der Veranstaltung bewusst. Umso wichtiger ist es, dass wir Dortmunder*innen es den Nazis am 4. Juni so ungemütlich wie möglich machen“, so Rüding.
„Wir freuen uns,“ ergänzt Katharina Winter, die dritte Sprecherin, „dass es in Dortmund an diesem Tag so viele unterschiedliche Veranstaltungen geben wird. Jede*r hat so die Möglichkeit sich die passende Form des Protestes herauszusuchen. Auf die Frage, wie die Strategie des Bündnisses aussehe, antworteten die Sprecherinnen, dass sie- wie in den vergangene Jahren- versuchen werden, frühzeitig auf die Route zu gelangen.
„Besonders entscheidend,“ so Herrmann, „ist dabei, dass wir frühzeitig den Demonstrationsverlauf erfahren und nicht, wie im vergangenen Jahr, dieser bis zum Tag selbst geheim bleibt. Wir kommunizieren und planen zwar kurzfristig, aber wir halten es für wichtig, dass der Zivilgesellschaft die Möglichkeit für Protest gegeben wird und dass die Anwohner*innen im Vorfeld informiert werden.“
„Gerade im Moment hören wir oft die Forderung nach einem „Aufstand der Anständigen“; es ist oft die Rede von der Pflicht der Gesellschaft für eigenen Werte einzustehen und sich rechtem Gedankengut entgegenzustellen. Eben das möchten wir tun, wir wollen durch friedliche und gewaltfreie Blockaden zeigen, dass wir unsere Zukunft ohne Hass und Ausgrenzung, gemeinsam gestalten wollen. Dafür muss uns aber die Chance gegeben werden“, ergänzte Winter.

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Vortragsveranstaltung: „Die ,dunkle Seite’ der Willkommenskultur – Die Neonazis, der TddZ und die Hetze gegen Flüchtlinge und Zuwanderer“

„Die ,dunkle Seite’ der Willkommenskultur – Die Neonazis und ihre Aktivitäten gegen Flüchtlinge
und Zuwanderer“ ist das Thema der Vortragsveranstaltung, zu der das Bündnis „Dortmund
Nazifrei“ am Mittwoch, 1. Juni um 20 Uhr in das AWO Unterbezirk Dortmund einlädt.

Veranstaltung findet im Vorfeld des Neonaziaufmarschs statt.

Alexander Völkel, Journalist, Politologe und Nordstadtblogger, wird einen intensiven Blick auf die
Aktivitäten der heimischen Neonazis und der Partei „Die Rechte“ in Dortmund werfen. Die
mobilisiert gemeinsam mit den beiden andere Parteien NPD und „Der III. Weg“ sowie parteifreien
Neonazis und Kameradschaften für den 4. Juni nach Dortmund. Ihr sogenannter „Tag der deutschen
Zukunft“ (TddZ) soll Neonazis und Rassisten aus dem ganzen Bundesgebiet und dem benachbarten
Ausland ins Ruhrgebiet locken. Gemeinsam wollen sie gegen Zuwanderung und Flüchtlinge hetzen
und „ihre Antwort“ darauf deutlich machen.

Blick auf die Strategien der Neonazis und die Gegenaktivitäten

Auch wenn sie nicht wie geplant durch die Nordstadt ziehen dürfen, steht Dortmund wahrscheinlich
der größte Neonaziaufmarsch seit Jahren ins Haus. An dem Abend wird es vor allem um die Ziele
der Neonazis, aber auch um die Gegenaktivitäten am 4. Juni gehen. Der Eintritt ist frei.
Die VeranstalterInnen behalten sich vor, Mitglieder von rechtsextremen Organisationen sowie
Menschen, die durch Agitationen gegen Flüchtlinge und Zuwanderer aufgefallen sind, den Zutritt
zur Veranstaltung zu verweigern bzw. sie von der Veranstaltung auszuschließen.